Wie bitte, bereits keine Orangen mehr?

In der Tat, gestern haben wir in unserem Feld Namens Barceló die allerletzten Orangen der Saison gepflückt. Eine rasche und gekonnte Bewegung mit der Pflücker-Schere und schon war “la ultima naranja” in Vicentes Korb. Es war eine schöne, glänzende Navel-Orange, äusserst süss und aromatisch aber bereits sehr reif. Etliche der während der letzten Wochen geernteten Orangen fielen den Pflückern noch vor dem Abschneiden förmlich in die Hand. Auffällig viele Früchte fühlten sich bereits beim Ernten weich an und mussten im Verlaufe der Qualitätskontrolle in unserer Abpackhalle von Antonia und Elvira aussortiert werden.

Das führte zu stetig zunehmenden Ausschussmengen und hatte zur Folge, dass weniger Orangenkisten den Weg in die Schweiz antreten konnten. Hierzulande war die Nachfrage dank der guten Qualität der diesjährigen Ernte konstant hoch und so kommt es, dass wir voraussichtlich bereits nächste Woche ein leeres Lager haben werden.

Als ich 2004 die Leitung unseres Familienbetriebs übernahm, erzählte mir mein Vorgänger, Max Lehner, wie sie in der Vergangenheit oft noch bis weit in den April hinein Orangen geerntet und verkauft hatten. Zu Beginn meiner Amtszeit pflückten wir auch regelmässig noch bis Ende März. Dieses Jahr aber fühlte es sich auf der Casa del Mas bereits Ende Januar an wie im Frühling und das, gekoppelt mit den starken Regenfällen, hat den Reifeprozess unserer zweiten Sorte, der Navel-Orangen, unweigerlich beschleunigt. 

Dass sich etwas am Klima verändert, wird immer offensichtlicher. Als ich am Montag-Vormittag bei 17°C Aussentemperatur in unserem kleinen Kühlraum diverse Stückgut-Sendungen kommissionierte und das Brummen des Kühlaggregats hörte, kam mir in den Sinn, dass wir uns vor 12 Jahren lang überlegt hatten, ob es überhaupt am neuen Ort einen Kühlraum brauche! An unserem ehemaligen Firmensitz, an der Kohlrainstrasse lagerten wir die Orangen nämlich noch in einer Garage im Erdgeschoss und liessen zwecks Kühlung einfach die Fenster offen. Auch im weder gekühlten noch isolierten Güterschuppen beim Bahnhof Küsnacht lagerten wir die Agrumen bis zu einer Woche oder länger. Heute wäre das schlicht undenkbar.

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.